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Shutdown und Meltdown bei Autismus: Unterschied, Anzeichen und Hilfe

Was bei Überforderung passiert und wie Angehörige richtig reagieren können

von Sylvia aus dem Continova-Team

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18.5.2026

Ein Shutdown oder Meltdown bei Autismus kann für Angehörige, Eltern, Fachkräfte oder Außenstehende sehr verunsichernd sein. Manchmal schreit, weint oder schlägt eine Person plötzlich um sich. In anderen Situationen zieht sie sich komplett zurück, spricht nicht mehr oder wirkt wie eingefroren.

Beides kann Ausdruck von Überforderung sein. Ein Meltdown zeigt sich eher nach außen. Ein Shutdown richtet sich eher nach innen. Wichtig ist: Diese Reaktionen sind in der Regel nicht absichtlich, nicht manipulativ und nicht mit einem klassischen Wutanfall gleichzusetzen.

In diesem Beitrag erfahren Sie, worin der Unterschied zwischen Meltdown und Shutdown liegt, welche Anzeichen auf eine Überlastung hindeuten können und wie Sie in akuten Situationen möglichst ruhig, sicher und unterstützend reagieren.

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Ruhige Unterstützung eines autistischen Kindes in einer reizarmen Situation nach Überforderung
Inhaltsverzeichnis
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[fs-toc-h2]Was sind Shutdown und Meltdown bei Autismus?

Meltdowns und Shutdowns können entstehen, wenn eine autistische Person deutlich mehr Reize, Stress oder Anforderungen erlebt, als sie in diesem Moment verarbeiten kann. Das Nervensystem ist dann überlastet. Die betroffene Person kann ihr Verhalten häufig nicht mehr so steuern, wie es Außenstehende erwarten würden.

Dabei können die Reaktionen sehr unterschiedlich aussehen. Manche Menschen werden laut, unruhig oder körperlich aktiv. Andere verstummen, erstarren oder ziehen sich vollständig zurück.

Meltdown bei Autismus

Ein Meltdown ist eine nach außen sichtbare Überlastungsreaktion. Die betroffene Person verliert in der Situation vorübergehend die Fähigkeit, sich selbst zu regulieren. Das kann für Außenstehende wie ein Wutanfall wirken, hat aber meist eine andere Ursache.

Typische Anzeichen können intensives Weinen, Schreien, Weglaufen, starke Unruhe, Werfen von Gegenständen oder selbstverletzendes Verhalten sein. Manche Betroffene reagieren kaum noch auf Ansprache oder können nicht mehr erklären, was gerade passiert.

Wichtig ist: Ein Meltdown ist kein bewusstes Fehlverhalten. Die Person versucht in diesem Moment meist nicht, etwas durchzusetzen. Sie ist überfordert.

Shutdown bei Autismus

Ein Shutdown ist eine eher nach innen gerichtete Überlastungsreaktion. Die Person zieht sich zurück, wirkt abwesend oder kann kaum noch reagieren. Dadurch wird ein Shutdown oft später erkannt als ein Meltdown.

Typische Anzeichen können plötzliches Verstummen, verlangsamte Bewegungen, ein starrer Blick, Rückzug, verzögerte Reaktionen oder starke Erschöpfung sein. Manche Menschen können in einem Shutdown Sprache kaum noch verstehen oder selbst nicht mehr sprechen.

Ein Shutdown kann von außen ruhig wirken. Für die betroffene Person kann er trotzdem sehr belastend sein.

[fs-toc-h2]Unterschied zwischen Meltdown und Shutdown

Meltdown und Shutdown können beide durch Überforderung entstehen. Der Unterschied liegt vor allem darin, wie sich die Reaktion zeigt.

Meltdown: Überforderung nach außen

Bei einem Meltdown wird die Überlastung meist deutlich sichtbar. Die Person kann laut werden, weinen, schreien, sich stark bewegen, weglaufen oder körperlich reagieren. Für Außenstehende wirkt die Situation manchmal chaotisch oder schwer einschätzbar.

Das bedeutet aber nicht automatisch, dass die Person aggressiv sein möchte oder absichtlich provoziert. Häufig geht es darum, dass die innere Belastung nicht mehr reguliert werden kann.

Shutdown: Überforderung nach innen

Ein Shutdown wirkt oft leiser. Die Person zieht sich zurück, spricht nicht mehr, reagiert kaum oder braucht sehr lange, um wieder erreichbar zu sein. Deshalb wird ein Shutdown manchmal als Ignorieren, Verweigerung oder Unhöflichkeit missverstanden.

Tatsächlich kann die Person innerlich stark belastet sein, auch wenn äußerlich wenig passiert.

Beide Reaktionen brauchen Entlastung

Ob Meltdown oder Shutdown: In beiden Situationen helfen Druck, Diskussionen oder Vorwürfe meist nicht weiter. Wichtiger sind Ruhe, Sicherheit, reduzierte Reize und ausreichend Zeit.

[fs-toc-h2]Warum Meltdowns und Shutdowns keine Trotzreaktionen sind

Ein häufiger Fehler besteht darin, Meltdowns oder Shutdowns als Absicht zu bewerten. Besonders bei Kindern wird schnell gedacht: „Das Kind will nicht“, „es provoziert“ oder „es stellt sich quer“.

Bei Autismus ist es wichtig, genauer hinzuschauen. Viele dieser Situationen entstehen nicht aus Unwillen, sondern aus Überforderung. Die betroffene Person kann in diesem Moment oft nicht mehr angemessen erklären, was los ist, was sie braucht oder warum sie nicht reagieren kann.

Der Unterschied zu einem Wutanfall

Ein klassischer Wutanfall kann zielgerichtet sein. Ein Kind möchte etwas bekommen, vermeiden oder durchsetzen. Ein Meltdown entsteht dagegen häufig dann, wenn die Belastungsgrenze überschritten ist.

Hinweise auf Überforderung können sein:

Die Reaktion tritt nach vielen Reizen oder Anforderungen auf. Die Person ist kaum erreichbar. Beruhigende Argumente helfen nicht. Nach der Situation wirkt sie erschöpft, beschämt, traurig oder sehr ruhig.

Das bedeutet nicht, dass jedes schwierige Verhalten automatisch ein Meltdown oder Shutdown ist. Es bedeutet aber, dass Überforderung ernst genommen werden sollte, bevor vorschnell bewertet wird.

[fs-toc-h2]Typische Auslöser für Shutdowns und Meltdowns

Die Auslöser sind individuell. Was für eine Person gut auszuhalten ist, kann für eine andere Person zu viel sein. Häufig entsteht eine Krise auch nicht durch einen einzelnen Moment, sondern durch viele Belastungen, die sich über den Tag sammeln.

Sensorische Reizüberflutung

Viele autistische Menschen nehmen Sinnesreize intensiver oder anders wahr. Laute Geräusche, grelles Licht, starke Gerüche, viele Menschen oder unruhige Räume können sehr belastend sein.

Ein voller Supermarkt, ein lautes Klassenzimmer oder ein hektischer Arzttermin können dadurch deutlich anstrengender sein, als es von außen wirkt.

Veränderungen und Übergänge

Unerwartete Veränderungen können ebenfalls zu starker Anspannung führen. Dazu gehören zum Beispiel kurzfristige Terminänderungen, Vertretungsunterricht, neue Räume, Wartezeiten oder der Wechsel von einer Aktivität zur nächsten.

Für manche autistische Menschen ist Vorhersehbarkeit besonders wichtig. Wenn diese Sicherheit fehlt, kann Stress stark ansteigen.

Soziale und kommunikative Anforderungen

Auch soziale Situationen können überfordern. Gespräche in Gruppen, unausgesprochene Erwartungen, Blickkontakt, Ironie, Konflikte oder das Gefühl, sich ständig anpassen zu müssen, können viel Kraft kosten.

Besonders anstrengend kann sogenanntes Masking sein. Dabei versucht eine autistische Person, ihre Schwierigkeiten oder autistischen Verhaltensweisen zu verbergen. Das kann kurzfristig funktionieren, langfristig aber sehr erschöpfend sein.

Körperliche und emotionale Belastung

Schlafmangel, Hunger, Schmerzen, Krankheit, Angst, Leistungsdruck oder fehlende Rückzugsmöglichkeiten können die Belastungsgrenze zusätzlich senken. Deshalb kann eine Situation an einem Tag funktionieren und an einem anderen Tag zu viel sein.

[fs-toc-h2]Frühe Anzeichen erkennen

Viele Meltdowns und Shutdowns entstehen nicht plötzlich, auch wenn es von außen so wirken kann. Oft gibt es vorher kleine Signale, die auf zunehmende Überforderung hinweisen.

Mögliche Frühwarnzeichen sind zunehmende Unruhe, Rückzug, weniger Sprache, gereizte Reaktionen, stärkeres Stimming, Vermeidung von Blickkontakt, Fluchtversuche oder Aussagen wie „Ich kann nicht mehr“.

Nicht jede Person zeigt dieselben Signale. Deshalb ist es hilfreich, typische Muster über mehrere Situationen hinweg zu beobachten.

Die wichtigste Frage

In angespannten Situationen hilft oft ein Perspektivwechsel. Statt sofort zu fragen „Warum macht die Person das?“, ist häufig hilfreicher:

Was war vorher zu viel?

Diese Frage führt weg von Schuld und hin zu Verständnis. Sie hilft, Auslöser zu erkennen und beim nächsten Mal früher zu entlasten.

[fs-toc-h2]Was tun bei einem Meltdown?

Bei einem Meltdown geht es zuerst um Sicherheit und Entlastung. Lange Erklärungen, Erziehungsmaßnahmen oder Diskussionen helfen in der akuten Situation meist nicht.

Ruhig bleiben und Druck reduzieren

Die wichtigste Aufgabe ist, selbst möglichst ruhig zu bleiben. Eine hektische, laute oder vorwurfsvolle Reaktion kann die Überforderung verstärken.

Hilfreich sind kurze Sätze wie:

„Ich bin da.“
„Du bist sicher.“
„Wir gehen an einen ruhigeren Ort.“
„Du musst jetzt nicht sprechen.“

Mehr Sprache ist nicht automatisch besser. Je stärker die Überforderung ist, desto weniger kann die Person oft verarbeiten.

Reize reduzieren

Wenn möglich, sollte die Umgebung beruhigt werden. Das kann bedeuten, einen ruhigeren Ort aufzusuchen, Licht zu reduzieren, Lärm zu vermeiden, Abstand zu schaffen oder zusätzliche Personen aus der Situation zu nehmen.

Bei Kindern können vertraute Gegenstände helfen, zum Beispiel Kopfhörer, eine Decke, ein Kuscheltier oder ein anderes bekanntes Hilfsmittel.

Sicherheit herstellen

Wenn Gegenstände geworfen werden, Weglaufen droht oder Selbstverletzung möglich ist, steht Sicherheit an erster Stelle. Gefährliche Gegenstände sollten entfernt und Abstand zu Straßen, Treppen oder scharfen Kanten geschaffen werden.

Körperliches Festhalten kann stark eskalierend wirken und sollte nicht als normale Beruhigungsstrategie eingesetzt werden. Bei akuter Selbstgefährdung, Fremdgefährdung oder medizinischer Unsicherheit sollte je nach Situation ärztliche, psychotherapeutische oder notfallbezogene Hilfe hinzugezogen werden.

[fs-toc-h2]Was tun bei einem Shutdown?

Ein Shutdown wirkt oft stiller als ein Meltdown, ist aber nicht automatisch weniger belastend. Die Person braucht meist Ruhe, Zeit und möglichst wenig Druck.

Rückzug respektieren

Ein Shutdown ist kein absichtliches Ignorieren. Die Person kann oft nicht antworten, obwohl sie hört, was gesagt wird. Druck kann die Situation verschlimmern.

Hilfreich ist, nicht auf sofortige Reaktion zu bestehen, keine vielen Fragen zu stellen und Blickkontakt nicht einzufordern.

Einen sicheren Rahmen schaffen

Ein ruhiger, reizärmerer Ort kann helfen. Je nach Person können Dunkelheit, Stille, eine Decke, Abstand oder vertraute Gegenstände unterstützend sein.

Manchmal reicht es, ruhig in der Nähe zu bleiben. Manchmal braucht die Person allein Zeit. Was passend ist, sollte möglichst in ruhigen Momenten besprochen werden, nicht erst während einer akuten Überlastung.

Nonverbal unterstützen

Wenn Sprache zu viel ist, können einfache Angebote hilfreicher sein als viele Worte. Zum Beispiel ein Glas Wasser in Reichweite, Kopfhörer, eine Pausenkarte oder ein ruhiger Rückzugsort.

Auch hier gilt: Unterstützung sollte nicht aufdringlich sein. Entscheidend ist, was für die betroffene Person tatsächlich entlastend ist.

[fs-toc-h2]Nach der Krise: Erholung und behutsame Reflexion

Nach einem Meltdown oder Shutdown sind viele Betroffene erschöpft. Manche schämen sich, manche sind traurig, manche möchten nicht darüber sprechen. Wichtig ist, die Situation nicht sofort moralisch zu bewerten.

Erholung ermöglichen

Nach einer Überlastung können Ruhe, Schlaf, wenig Sprache, eine vertraute Routine oder Rückzug helfen. Auch Essen und Trinken können wichtig sein, wenn die Person dazu bereit ist.

Gerade Kinder brauchen nach einer solchen Situation oft Co-Regulation. Das bedeutet: Eine ruhige, verlässliche Bezugsperson hilft dem Nervensystem, wieder Sicherheit zu finden.

Später gemeinsam verstehen

Eine Auswertung ist erst sinnvoll, wenn wieder ausreichend Stabilität da ist. Dann kann behutsam besprochen werden, was vorher zu viel war, welche Warnzeichen es gab und was beim nächsten Mal früher helfen könnte.

Diese Reflexion sollte nicht wie ein Verhör wirken. Ziel ist nicht Schuld, sondern Verstehen.

[fs-toc-h2]Wie lassen sich Meltdowns und Shutdowns vorbeugen?

Nicht jede Überlastung lässt sich verhindern. Trotzdem können passende Strukturen, Reizschutz und gute Vorbereitung helfen, Häufigkeit und Intensität zu reduzieren.

Muster erkennen

Ein einfaches Krisenprotokoll kann hilfreich sein. Dabei geht es nicht darum, die betroffene Person zu kontrollieren, sondern wiederkehrende Auslöser besser zu verstehen.

Sinnvoll kann es sein, kurz zu notieren:

  • Welche Situation ging voraus?
  • Welche Reize oder Anforderungen waren beteiligt?
  • Was hat geholfen?
  • Wie lange dauerte die Erholung?

Mit der Zeit werden oft Muster sichtbar. Vielleicht entstehen Krisen besonders nach langen Schultagen, bei Hunger, bei spontanen Änderungen oder nach sozial sehr anstrengenden Situationen.

Vorhersehbarkeit schaffen

Viele autistische Menschen profitieren von klarer Struktur. Visuelle Tagespläne, rechtzeitige Ankündigungen, feste Pausen, eindeutige Sprache und vorhersehbare Abläufe können entlastend wirken.

Wenn Veränderungen unvermeidbar sind, hilft es oft, sie so früh wie möglich anzukündigen und gemeinsam einen Plan B zu entwickeln.

Reizbelastung reduzieren

Je nach Person können kleine Anpassungen eine große Wirkung haben. Dazu gehören geräuschreduzierende Kopfhörer, ein ruhiger Sitzplatz, reizärmere Kleidung, Pausenräume oder weniger Termine an einem Tag.

Wichtig ist, solche Maßnahmen nicht pauschal zu übernehmen, sondern individuell zu prüfen, was wirklich hilft.

Selbstwahrnehmung stärken

Langfristig kann es hilfreich sein, eigene Signale besser kennenzulernen. Kinder, Jugendliche und Erwachsene können lernen, früher zu bemerken, wann etwas zu viel wird und welche Unterstützung dann sinnvoll ist.

Das braucht Zeit. Es sollte nicht in einer akuten Krise eingefordert werden, sondern in ruhigen Momenten aufgebaut werden.

[fs-toc-h2]Meltdown und Shutdown bei Erwachsenen

Meltdowns und Shutdowns betreffen nicht nur Kinder. Auch autistische Jugendliche und Erwachsene können solche Überlastungsreaktionen erleben. Bei Erwachsenen werden sie jedoch manchmal anders wahrgenommen oder lange nicht erkannt.

Ein erwachsener Mensch kann nach außen funktionieren, arbeiten, Termine wahrnehmen oder soziale Situationen bewältigen und innerlich trotzdem stark belastet sein. Nach außen sichtbares Funktionieren bedeutet nicht automatisch, dass keine Unterstützung gebraucht wird.

Warum es bei Erwachsenen oft übersehen wird

Bei Erwachsenen spielen häufig jahrelanges Masking, hohe Anpassungsleistung, berufliche Anforderungen, soziale Erwartungen oder eine späte Diagnose eine Rolle. Manche Betroffene haben gelernt, Überforderung lange zu unterdrücken, bis sie sich in Rückzug, Erschöpfung, Shutdowns oder Meltdowns zeigt.

Deshalb sollten Meltdowns und Shutdowns nicht als kindliches Verhalten abgetan werden. Auch Erwachsene brauchen passende Strategien, Rückzugsmöglichkeiten und respektvolle Unterstützung.

[fs-toc-h2]Wann ist fachliche Unterstützung sinnvoll?

Fachliche Unterstützung kann sinnvoll sein, wenn Meltdowns oder Shutdowns häufig auftreten, sehr belastend sind oder den Alltag deutlich einschränken. Das gilt besonders, wenn Schule, Kita, Ausbildung, Beruf, Familie oder soziale Teilhabe regelmäßig betroffen sind.

Eine fachliche Einschätzung kann helfen, Auslöser besser zu verstehen, Frühwarnzeichen zu erkennen und passende Strategien für den Alltag zu entwickeln.

Mögliche Hinweise auf Unterstützungsbedarf

Unterstützung kann besonders wichtig sein, wenn Überlastungen regelmäßig auftreten, Rückzug oder Erschöpfung lange anhalten, Selbstverletzung oder Weglaufen vorkommt oder Eltern und Angehörige sich dauerhaft überfordert fühlen.

Auch wenn unklar ist, welche Auslöser eine Rolle spielen oder bisherige Strategien nicht ausreichen, kann eine autismusspezifische Begleitung sinnvoll sein.

Wie Autismustherapie unterstützen kann

Autismustherapie kann helfen, individuelle Belastungsfaktoren besser zu verstehen und alltagsnahe Strategien zu entwickeln. Dabei geht es nicht darum, autistische Reaktionen zu bestrafen oder eine Person anzupassen.

Ziel ist, Überforderung besser vorzubeugen, Kommunikation zu erleichtern und Teilhabe im Alltag zu unterstützen.

[fs-toc-h2]Häufige Fragen zu Shutdown und Meltdown bei Autismus

Ist ein Meltdown bei Autismus ein Wutanfall?

Ein Meltdown kann von außen wie ein Wutanfall aussehen, hat aber meist eine andere Ursache. Während ein Wutanfall oft zielgerichtet sein kann, entsteht ein Meltdown typischerweise durch Überforderung. Die Person verliert vorübergehend die Fähigkeit, sich selbst zu regulieren.

Was ist der Unterschied zwischen Shutdown und Meltdown?

Ein Meltdown zeigt sich eher nach außen, zum Beispiel durch Schreien, Weinen, Weglaufen oder starke Unruhe. Ein Shutdown zeigt sich eher nach innen, zum Beispiel durch Verstummen, Erstarren, Rückzug oder kaum noch vorhandene Reaktion. Beide können Zeichen starker Überforderung sein.

Was hilft bei einem Shutdown?

Meist helfen Ruhe, Zeit, wenig Sprache, reduzierte Reize und ein sicherer Rückzugsort. Die Person sollte nicht gedrängt werden, sofort zu sprechen oder zu erklären, was passiert ist.

Was hilft bei einem Meltdown?

In der akuten Situation stehen Sicherheit, Reizreduktion und Ruhe im Vordergrund. Diskussionen, Strafen, viele Fragen oder körperlicher Druck können die Situation verschlimmern.

Können Erwachsene auch Shutdowns oder Meltdowns haben?

Ja. Auch Erwachsene im Autismus Spektrum können Shutdowns oder Meltdowns erleben, besonders bei starker Reizbelastung, Stress, Masking, emotionaler Überforderung oder fehlenden Erholungszeiten.

[fs-toc-h2]Beratung bei Continova anfragen

Wenn Shutdowns oder Meltdowns den Alltag stark belasten, kann eine fachliche Einschätzung helfen. Continova unterstützt Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Familien im Autismus Spektrum dabei, Überforderung besser zu verstehen und passende Strategien für den Alltag zu entwickeln.

Der erste Schritt ist ein Gespräch. Gemeinsam kann geschaut werden, welche Situationen besonders belastend sind, welche Unterstützung bereits hilft und welche nächsten Schritte sinnvoll sein können.

Beratung anfragen

[fs-toc-h2]Hinweis zur Einordnung

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle medizinische, therapeutische oder rechtliche Beratung. Meltdowns und Shutdowns können unterschiedliche Ursachen und Ausprägungen haben. Welche Unterstützung sinnvoll ist, hängt von der individuellen Situation ab.

Verständnis ist der Schlüssel zu echter Unterstützung

Meltdowns und Shutdowns sind keine Verhaltensauffälligkeiten oder Zeichen von Schwäche. Sie sind neurologische Reaktionen auf Überforderung – genauso unwillkürlich wie Niesen oder Husten. Wenn Sie das verstehen und verinnerlichen, verändert sich Ihr gesamter Umgang mit diesen Situationen.

Die wichtigste Botschaft: Bleiben Sie ruhig, reduzieren Sie Reize, geben Sie Raum und Zeit. Verzichten Sie auf Vorwürfe, Druck oder den Versuch, die Person zur Räson zu bringen. Ihre Akzeptanz und Ihr Verständnis machen den größten Unterschied.

Mit Geduld, Beobachtung und der Bereitschaft zu lernen werden Sie immer besser darin, Krisen zu erkennen, zu begleiten und langfristig zu reduzieren. Jeder Mensch ist anders – finden Sie heraus, was für Ihre spezifische Situation funktioniert. Der Weg dorthin mag nicht immer leicht sein, aber er lohnt sich für alle Beteiligten.

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